Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat
BLU-RAY
- Originaltitel:
- Valkyrie
- Land/Jahr:
- USA, Deutschland 2008
- Verkaufstart (Blu-ray):
- 2009-07-20
- Genre:
- Drama
- Regie:
- Bryan Singer
- Schauspieler:
- Tom Cruise, Manfred-Anton Algrang, David Bamber, Stephen Frey
- FSK:
- Freigegeben ab zwölf Jahren
- Vertrieb:
- 20th Century Fox Home
- Datenrate Ton:
- 3,9 Mbit/s
- Datenrate Bild:
- 26,8 Mbit/s
- Bildformat:
- MPEG-4, 2.35:1
- Tonformat:
- DTS 5.1, DTS-HD MA 5.1 (engl.)
- Laufzeit:
- 120 Min.
Am 20. Juli erscheint zum 65. Jahrestag des Stauffenberg-Attentats "Operation Walküre" auf Blu-ray. Bereits Anfang des Jahres überraschte Bryan…weiterlesen
Bewertung

Beruht ein Film auf historischen Fakten, hat er immer einen Nachteil: Die meisten Zuschauer wissen bereits vorher, wie er ausgeht. Deshalb liegt hier das dramatische Gewicht nicht auf einem verblüffenden Ende, sondern auf der Darstellung der verzwickten Situationen, in die die Figuren durch ihr mutiges Handeln und unvorhersehbare Ereignisse geraten. Welche Umstände führten dazu, dass nur ein Sprengsatz zum Zuge kam? Wie mag es wohl gewesen sein, als Stauffenberg die Dinge entglitten und er dennoch mit der scharfen Bombe in der Tasche an Hitlers Tisch getreten ist? Und was bewegte Friedrich Olbricht dazu, nicht wie vereinbart sofort die Truppen in Berlin zu mobilisieren? In Geschichtsbüchern sind es immer nur die Fakten, die losgelöst von jedem menschlichen Empfinden zu abstrakt sind, um sie zu erfassen. Da ist das Medium Film weitaus näher an den Menschen. Die Gefahr solcher Erzählformen liegt aber in der zu großen Abstraktion der Vorkommnisse. Einfache Gut-Böse-Schemata eignen sich für den unterhaltsamen Erzählfluss, schaffen jedoch zu schnell Mythen, die zu falschen Ansichten führen. Romantisierungen sind ebenfalls problematisch und kommen bei Filmen mit kriegerischen Inhalten leicht vor. Singer geht hier den dramentechnisch besten Weg: Durch sorgsame Recherche hält er sich an die überlieferten Fakten und feilt lediglich an der Darstellung. Aber auch hier bleibt er im Rahmen des Glaubhaften, erzählt aus mehreren Perspektiven, bleibt nie bei einer Person. Ehe z. B. Tom Cruise richtig ins Spiel kommt, vergehen einige Minuten. Die Action beschränkt sich nur auf den Afrikaeinsatz, bei dem Stauffenberg als Opfer eines Fliegerangriffs dargestellt wird, nicht als Held. An die Stelle der Action tritt die Spannung, die im positiven Sinne an den Nerven zerrt. Jede Situation fußt auf menschlichen Beweggründen und bleibt ohne Beschönigungen wie Zeitlupenästhetik oder Ähnliches. Originalschauplätze wie der Bendlerblock, in dem letztendlich die Exekutionen stattfanden, sind der Authentizität zuträglich. Beim Cast wurde zudem auf äußerliche Ähnlichkeit geachtet. So sehen beispielsweise Tom Cruise (Stauffenberg), Bill Nighy (Olbricht) und Terence Stamp (Beck) ihren Charakteren zum Verwechseln ähnlich. Auch die deutsche Schauspielriege ist mit Christian Berkel (Quirnheim), Thomas Kretschman (Remer) sowie in kleineren Rollen mit Carsten Voigt und Max Urlacher vertreten.
[ft]


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